Jubiläum: 100 ans déjà !

Feier zum 100. Jahrestag der Gründung
des Lëtzebuerger Rentner- an
Invalideverband im Kulturzentrum
»Aalt Stadhaus« in Differdingen


1. 15.00 Uhr: Begrüßung durch die Sektion Differdingen
a) I. Interludium des Cercle Mandoliniste Municipal de Differdange

2. Ansprache des LRIV-Landespräsidenten
a) II. Interludium des Cercle Mandoliniste Municipal de Differdange

3. Grußwort des Differdinger Bürgermeisters
a) III. Interludium des Cercle Mandoliniste Municipal de Differdange

4. Vorstellung der Broschüre »100 Joer Lëtzebuerger Rentner- an Invalidever-band – 1917-2017. Ein Jahrhundert im Dienst der Invaliden und Rentner
a) IV. Interludium des Cercle Mandoliniste Municipal de Differdange

5. Start des Internetportals »lriv.info«
a) V. Interludium des Cercle Mandoliniste Municipal de Differdange

6. Uraufführung des Musikstücks 100 Jahre LRIV durch den Cercle Mandoliniste Municipal de Differdange

7. Ehrenwein angeboten von der Differdinger Gemeindeverwaltung

 

La lettre originale de constitution :

 

Ein Brief vom 14. September 1917

»Vom 17. September 1917 ab ist in Esch an der Alzette, unter der Benennung "Internationaler Invaliden Verband", eine auf Gegenseitigkeit beruhende Hilfskasse errichtet, deren Bezirk die Ortschaften des Großherzogtums Luxemburg umfasst. Sie hat zum Zwecke ihre Mitglieder im Dürftigkeitsfall zu unterstützen und denselben bei Streitigkeiten aus Unfallsachen Rechtsschutz zu geben.« Diese zwei Sätze bildeten Artikel 1 der ersten Statuten des Verbandes, ausgearbeitet von Rechtsanwalt René Blum, dem späteren Minister der Sozialistischen Arbeiterpartei und Kämpfer gegen das Maulkorbgesetz, mit welchem die klerikale Regierung von Joseph Bech 1937 die Kommunistische Partei Luxemburgs verbieten wollte.

 

Einen Bericht über die Gründungsversammlung und die Zusammensetzung der Verbandsleitung gibt es nicht, doch dass das Gründungsdatum, das in den Statuten genannt wird, den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, geht aus einem Dokument hervor, das wenige Tage vor der Gründung geschrieben wurde. Es ist ein Brief an die Escher Stadträte, geschrieben am 14. September 1917 im Haus Simonetti in der Deichstraße (die heutige Rue du Canal) in Esch/Alzette. In dem Brief heißt es: »Da wir einen Internationalen Invaliden-Verein gegründet haben zum Wohl der Invaliden, und am Sonntag, den 16. September im Lokale Kratz-Wolf, Otherstraße, um 3 Uhr eine Versammlung abhalten, so wäre es für uns eine große Ehre, wenn die Herren Stadträte uns mit ihrem werten Besuch beehren wollten«.

 

Geschrieben wurde der Brief von Sekretär Jean Nickels, der am 16. September 1917 zum ersten Präsidenten des Internationalen Invaliden Verbandes gewählt wurde, aber darüber, wer weiter dem Vorstand angehörte, gibt es keinen schriftlichen Beleg. Spätere Verantwortliche des Verbandes nannten Namen, »von denen wir mit Bestimmtheit wissen«, dass sie ab der Gründung dabei waren: Hoffmann und Nic. Grund aus Schifflingen, Pierre Kemp und Müller aus Differdingen, Léon Massard und Mathias Cossmann aus Rodingen, Fiss Grondin und Nic. Georges aus Beles, Bintner aus Düdelingen und Robinet aus Eischen.

 

Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits seit mehreren Jahren – durch das Gesetz vom 6. Mai 1911 – eine obligatorische Alters- und Invalidenversicherung für Arbeiter und Angestellte, die sich an die Bismarcksche Sozialgesetzgebung aus Deutschland anlehnte – aber nicht alle Lohnabhängigen fielen unter diese Bestimmungen.

 

Die Grundrente betrug 1917 lediglich 36 Prozent des Lohnes bei den Männern und 28,8 Prozent bei den Frauen bei einem Minimum von 1.350 Arbeitstagen. Die Invalidenrenten waren regelrechte Hungerrenten. Erlitt ein Bergmann oder Hüttenarbeiter einen tödlichen Unfall, bekam seine Witwe gerade mal 20 Prozent seines Lohnes als Witwenrente. Abgesehen davon, wurden zahlreiche Anträge auf Invalidenrente verworfen, und die Auszahlung von Unfall- und Krankengeldern hing vom Gutdünken der Gruben- und Hüttenherren ab.

 

Die soziale Lage der Arbeiter und die Versorgungslage wurden von Jahr zu Jahr schwieriger, seit das deutsche Kaiserreich Luxemburg am 2. September 1914 überfallen hatte und seither besetzt hielt….

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